Resilienz - ein inneres Stehaufmännchen der Krisenbewältigung
In unserem Leben lernen wir oftmals Menschen kennen, die von unglaublichen Schicksalsschlägen getroffen wurden und trotzdem immer wieder ohne erhebliche (psychische) Schäden auf die Beine kommen. Diese Menschen werden von anderen oft als besonders stark und tapfer eingestuft. Es sind Menschen, die für die Art, wie sie mit den Miseren des Lebens umgehen, bewundert werden.
Personen, die sich besonders widerstandsfähig
zeigen, wenn es um ihre Schicksalsschläge geht und es schaffen, sich wieder
aufzurappeln und trotz des ihnen Widerfahrenen zu ihrem ursprünglichen
psychischen Gesundheitszustand zurückzukehren, verfügen über eine hohe
Resilienz.
Kennt ihr jemanden, der eurer Meinung nach
über eine hohe Resilienz verfügt?
Was ist Resilienz? Wie wird man resilient?
Kann man Resilienz trainieren? Diese und weitere Fragen werden in diesem
Blogbeitrag beantwortet und genauer erforscht. Also viel Spaß beim Lesen und
Kommentieren!
Was
ist Resilienz?
Das Wort Resilienz leitet sich von dem lateinischen
Wort „resilire“ ab, welches ins Deutsche übersetzt abprallen oder zurückspringen
bedeutet. Daraus ergibt sich die Eigenschaft einiger Menschen, ihre psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten bzw.
schnell wiederherzustellen, während oder nachdem er sich in widrigen Lebenssituation befindet
oder befunden hat.
Somit ergibt sich Resilienz als innere Kraft,
welche die psychische Gesundheit eines Menschen immer wieder in den
ursprünglich (unversehrten) Zustand zurückführt. Um euch das zu verdeutlichen, stellt euch einen Schwamm vor, der jedes Mal wieder
in seine ursprüngliche Form zurückspringt, egal wie sehr ihr ihn auch
zusammendrückt.
Eine der bekanntesten Forscherinnen, wenn es
um Resilienz geht, ist die Entwicklungspsychologin
Emmy Werner. Sie war eine der Ersten, die durch ihre Untersuchungen bei Kindern
der hawaiianischen Insel Kauai entdeckte, dass nicht alle Kinder gleich auf
Schicksalsschläge und schwere Lebensbedingungen reagieren. Ergebnisse ihrer
Längsschnittstudie, in der sie Kinder der Insel über mehrere Jahre hinweg
beobachtete und untersuchte, zeigten, dass sich Kinder, die schweren sozialen,
biologischen oder körperlichen Faktoren ausgesetzt waren, schlechter
entwickelten als Kinder, die nichts dergleichen erlitten. Der ausschlaggebende
Punkt zur Resilienz war damals jedoch, dass es auch Kinder gab, die sich trotz
schlimmster Lebensbedingungen positiv entwickelten bzw. weder delinquent noch
psychisch oder gesundheitlich beeinträchtigt waren.
Anton Antonovsky, der den Begriff der
Salutogenese prägte, machte ähnliche Erfahrungen, als er den Gesundheitszustand
von Frauen untersuchte, welche die Zeit im Konzentrationslager überlebten.
Dabei fand er heraus, dass 30 Prozent der Frauen auch nach deren traumatischen
Erlebnissen in dem Lager gesund waren.
Wie
wird man resilient?
Es gibt mehrere Resilienz Modelle, welche die
einzelnen Faktoren der Resilienz beschreiben. Zunächst einmal ist es wichtig, zu
erwähnen, dass es sich bei Resilienz nicht um eine ausschließlich angeborene
Eigenschaft eines Menschen handelt. Vielmehr hat man zwar von Geburt an eine „Grundresilienz“,
wie sich diese jedoch entwickelt, hängt von „negativen oder positiven
(Umwelt-)Einflüssen ab.“
Des Weiteren lässt sich Resilienz in
Schutz- und Risikofaktoren einteilen, welche die Resilienz entweder begünstigen
oder vermindern. Die Schutzfaktoren dienen dem Aufbau der Resilienz. Sie werden
in innere (Eigenschaften, die die Person mit sich bringt) und externe Faktoren
(Ressourcen, die der Person aus dem Umfeld zur Verfügung stehen) eingeteilt. Zu
den Ressourcen (positive Einflüsse) zählen alle äußeren Einflüsse, welche der
Person aus der Kultur, der Gesellschaft, der unmittelbaren Umgebung
(Nachbarschaft, Freunde, Arbeitsplatz, …), der Familie und des Individuums
selbst zur Verfügung stehen. Risikofaktoren betreffen die gleichen Bereiche wie
die Schutzfaktoren, jedoch bestehen diese aus negativen Belastungen und machen
die Person verletzbar. Einige Beispiele für Risikofaktoren sind ein schwaches
soziales Umfeld, Leben in Armut oder Kriegszeiten oder auch Konflikte und
Naturkatastrophen, welche das eigene Leben bedrohen und verschlechtern.
Psychiater und Psychotherapeut Cristian Peter
Dogs beschreibt fünf Eigenschaften, die sich resilienzfördernd auf das
Individuum auswirken:
1.
Erfahrung von Selbstwirksamkeit (Selbstvertrauen
in sich haben)
2.
Zuversicht (daran glauben, dass man etwas
schaffen kann)
3.
Realistisches Selbstbild (sich und seine Stärken
und Schwächen kennen und einschätzen können)
4.
Kohärenz (enen Sinn im Leben sehen und Ziele
haben)
5.
Umgang mit Gefühlen (seine Gefühle akzeptieren
und kennenlernen und ausleben und zulassen, regulieren)
Kann man Resilienz trainieren?
Tatsächlich
lässt sich Resilienz in einem gewissen Maß trainieren. Es hilft, wenn man an
sich arbeitet und die fünf Eigenschaften der Resilienz weiter für sich ausbaut.
Durch Erlebnispädagogik, in der eine Person verschiedene Herausforderungen
meistern muss bzw. im besten Fall meistert, kann sie ihre Selbstwirksamkeit
trainieren. (Vgl. ebd.)
Herausforderungen
spielen allgemein eine wichtige Rolle, denn Resilienz kann sich nur in einer Situation
weiterentwickeln, die von der Person als belastend empfunden wird. Dabei darf
die Situation nicht mit normalen Stressbewältigungsmethoden gehandelt werden.
Wenn mein Blog euer Interesse zu dem Thema geweckt hat und
ihr noch weiter stöbern wollt, kann ich euch folgende Quellen empfehlen. Gerne
würde ich auch eure Meinung zu meinem Blog und zum Thema Resilienz hören. Ich
freue mich auf eure Kommentare!
Liebe Grüße
Sarah
Weitere Infos:
Interview mit Christian
Peter Dogs: https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/resilienz/interview-christian-peter-dogs-100.html
Artikel: https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/resilienz/resilienz-foerdern-100.html
Artikel: https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/resilienz/index.html#Was-resiliente-Menschen-ausmacht
Interview mit Christian
Peter Dogs (Film): https://www.planet-wissen.de/video-resilienz--was-die-seele--stark-macht-100.html
Literaturverzeichnis
Krol, Beate; Kuss, Melanie
(2020): Resilienz fördern. In: planet-wissen.de,
16.10.2020. Online verfügbar unter
https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/resilienz/resilienz-foerdern-100.html,
zuletzt geprüft am 09.01.2021.
Thun-Hohenstein, Leonhard;
Lampert, Kerstin; Altendorfer-Kling, Ulrike (2020): Resilienz – Geschichte,
Modelle und Anwendung. In: Z
Psychodrama Soziom 19 (1), S. 7–20. DOI: 10.1007/s11620-020-00524-6.

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